„Das laute Abendmahl“ in der Aladin Music-Hall in Bremen


Letztes Wochenende war mal wieder Ostern. 4 freie Tage, gutes Wetter, doch es gibt ein Problem. Wohin mit all seiner Zeit? Gerade am Karfreitag. An den stillen Feiertagen darf keine laute Musik bei Veranstaltungen gespielt und auch nicht getanzt werden. Wie gut, dass jedes Bundesland die Regelungen des stillen Feiertages selbst bestimmt und Hämatom dieses ausnutzt. Die bayrische Band veranstaltete am Freitag, den 19.April 2019 zum vierten Mal ihr „lautes Abendmahl“ in der Aladin Music-Hall in Bremen. Bremen ist, neben Berlin, das einzige Bundesland, in dem Karfreitag ab 21 Uhr wieder gefeiert und getanzt werden darf.

Dieses Jahr luden sich die Jungs von Hämatom noch mit Dymytry, Feuerschwanz und Kaizaa 3 befreundete Bands als Unterstützung ein.

Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es eine Neuerung. So traten Feuerschwanz und Kaizaa auf der Bühne des eigentlichen „Tivoli“ und Dymytry und Hämatom auf der Bühne vom „Aladin“ auf. Das gefiel natürlich den Fans, vor allem, da die langen Umbauphasen entfielen und die jeweils nächste Band recht schnell anfangen konnte. 

Den Anfang machte Dymytry, eine der erfolgreichsten Metal-Bands aus Tschechien. Letztes Jahr, im Frühjahr 2018, feierten die Musiker rings um Jiří "Dymo" Urban, den Gitarristen und Gründungsmitglied der Band, ihr 15 jähriges Jubiläum mit ihrer Tour „15 Years Behind The Mask“. Hier trat als Special Guest Hämatom auf. Es entstand eine Freundschaft zwischen den beiden Bands und im September 2018 wurde mit „Behind the mask“ die erste gemeinsame Single veröffentlicht. Den Musikstil der tschechischen Band beschreibt ihr Frontmann, Jan „Protheus“ Macků, als Psy-Core. Da die Band sich nicht in ein Genre, bzw in eine Schublade stecken lassen wollte, erfand Dymytry einfach seine eigene Richtung. Am Karfreitag heizte Dymytry der Menge mit massiven Gitarrenriffs, melodischen Refrains und suggestivem Gesang im Aladin ordentlich ein und gab 40 Minuten später zur nächsten Bühne ab.


Met und Miezen… Welche Band könnte das besser vereinen als Feuerschwanz? Als zweite Band betraten Hauptmann Feuerschwanz und seine Leute der Mittelalter-Rock-Band aus Erlangen die Bühne. Man hatte sofort das Gefühl, dass die Band extrem gut gelaunt war und die Menge dankte es den Musikern in dem sie alle Songs euphorisch mitsangen. Erst vor ein paar Wochen endete die „Methämmer“-Tour mit ein paar Extra-Konzerten, darunter auch am 23.Februar in der Sumpfblume in Hameln. Von ihrem neuesten Album „Methämmer“ wurden unter anderem „Die Hörner hoch“ und „Prinzessin“ gespielt, aber natürlich durften auch „Metnotstand im Märchenland“ „Operation Drachensturm“ oder „Ketzerei“ aus früheren Alben nicht fehlen. Spätestens wenn die Hupen auf die Bühne gebracht werden und Prinz R. Hodenherz III und der Hauptmann die Menge teilen, weiß jeder…
„Werte Ladies, werte Lords! Werter Pöbel, wertes Gesocks: Schubsetanz ist Rittersport!“
... und ab dem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr!


Knapp zwei Stunden nach Start von Hämatoms lautem Abendmahl wurde es spannend. Das Aladin war gut aufgeheizt und die Leute bei bester Laune. Ab jetzt gab es nur noch Vorfreude auf die Gastgeber und man war gespannt, ob vielleicht auch schon ein Song von dem neuen Album „Maskenball“, das am 30.August diesen Jahres erscheint, gespielt wird.
Die Freak-Show konnte beginnen. Als Eröffnung spielten Hämatom „Zeit für neue Hymnen“, während sich „Nord“ der Sänger von Hämatom aus einem Käfig befreite. Die Band spielte alte und neue Songs, im Laufe ihrer Bandgeschichte ist hier schon einiges zusammen gekommen, darunter „Lichterloh“, „Kids“ oder „Lange nicht perfekt“, als neuer Song war „I want it all“ dabei. Es gab viele Höhepunkte in der Show, beispielsweise als sich der Drummer zusammen mit einem Mini-Schlagzeug durch das Aladin tragen ließ und über den Köpfen der Fans weiter spielte oder Teile der Band einfach aus dem Publikum heraus spielten. Man kann nur sagen, dass Hämatom während der Show das Aladin zum Beben gebracht hat und die Bühne rockte. Wenn eine Band so entspannt ist und eine solche Fannähe zeigt, kommt das immer gut an und die Menge dankt es durch gute Laune, lautes Mitsingen und Tanzen. Als Zugabe spielten Hämatom an diesem Abend „Wir sind Gott“ und anschließend zusammen mit Dymytry die gemeinsame Single „Behind the mask“. Im Anschluss wurde zu Ehren seines 50. Geburtstages Hämatom´s Tourmanager auf die Bühne geholt und für ihn der Song „Leck mich!“ gespielt, hierbei wurde der Refrain von den Fans lautstark mitgesungen.


Mit leichter Verspätung startete um 0:45 Uhr die Deutsch-Rock-Band „Kaizaa“ mit ihrem Auftritt. Ungeschnörkelt, geradeaus, echt. Kantige deutsche Texte, eingängige Melodien vom Punk inspirierten Rock. Ihr Deutsch-Rock kam recht gut an und sorgte für einen guten Abschluss des Abends. Mit ihren Songs wie zum Beispiel „Underdogs“, „Volle Ladung Leben“ oder „Hinter dieser Tür“ beendeten Kaizaa eine tolle Veranstaltung.


Und das Beste daran ist, Hämatom hat schon angekündigt, das nächstes Jahr, am 10.04.2020, zum 5. Mal das „Laute Abendmahl“ im Aladin in Bremen stattfinden wird. Für alle, die nicht mehr so lange warten wollen, gibt es aber auch noch die Möglichkeit am 31. August 2019 das Jubiläumskonzert zum 15 jährigen Bestehen der Band Hämatom, den „Maskenball“, in Gelsenkirchen im Amphitheater zu erleben.

Fotos vom „Lauten Abendmahl“ in Bremen findet ihr in der Galerie.


Text: Maren Weibke

Bilder: Jerome Jakob