Rockharz 2025

Rückblick auf das Rockharz 2025: abwechslungsreiches Lineup, Nachhaltigkeit, Inklusion und besondere Momente

Vom 02.-05.Juli fand wieder eines der schönsten Festivals des Jahres statt, das Rockharz Open Air. Über 50 Bands fanden sich unter der Teufelsmauer ein und spielten vor ca. 25.000 Metalheads.


Allgemeine Informationen zum RHZ:
Das Rockharz 2025 war wieder ein beeindruckendes Festival, das nicht nur musikalisch, sondern auch in Sachen Nachhaltigkeit und Inklusion punkten konnte. Ein besonderes Highlight war die Zusammenarbeit mit der Recyclingfabrik aus Braunschweig, die sich für den Umweltschutz engagiert. Sie recyceln 3D-Druck Filamentreste, die unter anderem bei Hobby-Druckern anfallen, um den Kreislauf zu schließen und die Nachhaltigkeit zu fördern. Statt Fehldrucke und Prototypen einfach wegzuwerfen, werden diese Objekte nun wiederverwertet – eine tolle Initiative für alle, die sich mit 3D-Druck beschäftigen. Auf dem Festivalgelände wurde außerdem die Recyclingfabrik damit beauftragt, die ca. 2 Tonnen Einwegbecher, die für den Pfand von 0,50 € ausgegeben werden, später zu recyceln.

Der Festivalvorplatz wurde dieses Jahr noch abwechslungsreicher gestaltet, mit mehr Food- und Nonfood-Ständen, sowie Infoständen von Organisationen wie dem Nationalpark Harz, der deutschen Stammzellspenderdatei (DSD) und Metality. Im Infield war der auffälligste neue Stand, der von Pall Mall. Der Stand bot durch seinen zweistöckigen Aufbau einen guten Überblick über das Infield. Da die Fotografen durch die geplante Pyrotechnik vom Headliner des letzten Abends, In Extremo, nur sehr eingeschränkt vom Bühnengraben aus Fotos machen durften, zogen wir uns für unser Abschlussbild dorthin zurück.

Wind, Sonne und Gluthitze, am Mittwoch sogar bis 38°C, forderten viel Energie von den Besuchern. Daher war die Idee von Sprüh- & Vollstrahl für Boden & Mensch gegen Staub & Hitze sehr gut. Ausgehend aus dem Bühnengraben von den Grabenschlampen wurde alles mit einem Strahlrohr abgekühlt und in besonders heißen Momenten übernahm die riesige Wasserkanone seitlich neben der Bühne. Die Schattenplätze waren zu jeder Zeit dicht gedrängt belegt. Die Schattenzonen reduzierten sich noch zusätzlich, wenn bei aufkommendem Wind die Schirme geschlossen werden mussten. Die von den Besuchern erhoffte Erhöhung der Kapazität an Schattenplätzen konnte nicht beobachtet werden. 

Besondere Momente waren die Hochzeiten der acht heiratswilligen Paare, die sich am Donnerstag und Freitag auf dem Vorplatz des Infieldes das Ja-Wort gaben. Das Standesamt Ballenstedt machte den Vorplatz des Rockharzes zu einer Außenstelle ihres Amtes. Den Paaren wurde vom Veranstalter am letzten Abend in den Gruß- und Dankesworten gratuliert, bevor es einen besonders berührenden Moment auf der Bühne gab. Veranstalter Thomas „Buddy“ Kohlrausch machte seiner Partnerin und Mitveranstalterin Dani Glogner vor der großen Crowd, den vielen Helfern, Bands und Freunden auf der Bühne einen Heiratsantrag, den sie annahm – ein unvergesslicher Augenblick für alle Anwesenden.

Ein weiterer Meilenstein war die Steigerung der Gäste im Inklusionscamp: Von 200 Personen im Vorjahr auf 320 in diesem Jahr. Der Campingbereich wurde deutlich erweitert, und erstmals war die Rockharz Kompass App verfügbar, die mit turn-by-turn Navigation, einfacher Sprache und Informationen zu Gastroständen vor allem Menschen mit Sehbeeinträchtigung unterstützt. Das Festival setzt damit ein starkes Zeichen für Inklusion und Barrierefreiheit. Weitere Informationen zu der Barrierefreiheit auf dem Rockharz unter http://rockharz.com/inklusion. In dieser Dimension steht das Rockharz ganz oben in Punkto Inklusion.

Nicht zuletzt wurde das Anreisechaos durch farblich markierte Routen und einen zusätzlichen Anreisetag für Caravans deutlich reduziert – ein Schritt in die richtige Richtung für ein entspanntes Festivalerlebnis.

Line-Up:
Der erste Tag des ROCKHARZ 2025 war voller Energie, Musik und Hitze. Den Anfang machten die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS mit bunten Hawaiihemden und humorvollen Songs wie „Looking For Grindcore“ und „Fata Morgana“. Danach spielte TÝR auf der Rock-Stage, gefolgt von APRIL ART, die mit modernen Metal und erfrischenden Wasserpistolen das Publikum bei den hohen Temperaturen mit Songs wie Break Out, Not sorry, Rodeo und Jackhammer absolut überzeugt haben. Die Band, rings um Frontfrau Lisa-Marie Watz, hat im vergangenen Herbst ihr neuestes Album „Rodeo“ veröffentlicht.
Mit PRIMAL FEAR und RHAPSODY OF FIRE folgten zwei Power-Metal-Bands, bevor INSOMNIUM ihren Melodic Death Metal präsentierten. DARK TRANQUILLITY schloss den melodischen Death-Metal-Block ab, bevor es auf der Rock Stage mit CLAWFINGER laut wurde.

Später am Abend heizten APOCALYPTICA mit ihren Cello-Interpretationen das Publikum ein, gefolgt von SAXON, die mit ihrer klassischen NWoBHM-Show den Headliner-Status meisterten. Den Abschluss bildete SOULFLY, die den Tag abrundeten.
Insgesamt war es ein abwechslungsreicher Tag voller starker Auftritte, trotz der brütenden Hitze, und ein gelungener Start für das Festival.


Der zweite Tag startete mit den energiegeladenen Melo-Sci-Fi-Deathmetallern DELIVER THE GALAXY, die bereits früh für ordentlich Staub und gute Laune sorgten. Tetzel mit seiner Band ASENBLUT übernahm die Bühne, im Jahr 2023 stand er mit seinem zweiten Bandprojekt All for Metal auf der selben Bühne. Es folgten KUPFERGOLD, die mit ihrer sympathischen Mischung aus Folk-Rock/Mittelalter-Rock den Timeslot füllten.
Danach erzeugten MISTER MISERY aus Stockholm mit ihrem Metalcore eine kraftvolle Atmosphäre, während THE GEMS aus Schweden mit Rock’n’Roll-Spirit und Charisma das Publikum begeisterten. THE NEW ROSES aus Wiesbaden und THE GEMS sorgten für den Rock’n’Roll-Moment auf dem Rockharz 2025. Weiter ging es mit GREEN LUNG aus London und MEMORIAM mit Oldschool Death Metal. Technisch lief nicht alles glatt, aber die Stimmung war dennoch richtig gut. J.B.O. sorgten mit ihrem humorvollen Fun-Metal für gute Laune. Bereits seit 35 Jahren existiert die pinke Formation des „James Blast Orchester“ rings um G.Laber, Vito C., Ralph Bach und Wolfram Kellner, veröffentlicht hat die Band bereits 13 Studioalben.
WARKINGS präsentierten „antiken“ Power Metal, während im Anschluss SODOM eine Thrash-Party ablieferte, bei der Klassiker wie „Agent Orange“ nicht fehlen durften.

Der Abend wurde den Fans mit der Bremer Band VERSENGOLD versüßt. Bereits seit 23 Jahren sind sie bekannt für ihre mitreißenden Melodien, eingängigen Texte und einer Kombination aus Folk, Rock und mittelalterlichen Elementen. Ihre Musik zeichnet sich durch eine lebendige Mischung aus akustischen Instrumenten wie Geige, Akkordeon, Gitarre und Flöte aus und die Songs handeln oft von Freundschaft, Liebe, Abenteuer und dem Leben im Allgemeinen. Selbstverständlich durfte in der Setliste auch die neue Single „Klabauterfrau“ nicht fehlen. Die Musiker von Versengold spielten zusätzlich ein unplugged Konzert auf dem Campground des Rockharzes, um ihre neue Single zu promoten.
Bevor der Headliner des Tages HEAVEN SHALL BURN das Rockharz begeisterte, spielten KING DIAMOND auf der Dark Stage. Für HSB übernahm, nach gesundheitlichen Problemen des Sängers Marcus, Britta Goertz das Mikrofon. Sie lieferte eine respektable und überzeugende Show ab und es gab von allen Seiten nur Lob für den grandiosen Auftritt von Heaven Shall Burn.


Nach einem dunklen, atmosphärischen Auftritt von NACHTBLUT und den unheilvollen Klängen von NON EST DEUS wurde der zweite Tag des Festivals beendet.

Der dritte Tag begann mit SEASONS IN BLACK auf der Rock. Auf der Dark Stage folgte ARCTIS, die 2024 aus dem Nichts mit ihrem modernen Metal und elektronischen Elementen für Aufsehen sorgten. Weiter ging es mit DEFECTS, und  HARPYIE, die mit Folk Metal für Bewegung und gute Laune sorgten, während AEPHANEMER aus Frankreich mit einer faszinierenden Mischung aus Melodic Death Metal, Power Metal und opernhaften Gesang beeindruckten. Auf der Dark Stage brachten DESERTED FEAR Thüringer Death Metal auf die Bühne, während VADER mit ihrem Sound die Menge in Staub und Ekstase versetzten – für viele Besucher ein Highlight des Tages. Es folgte DRACONIAN, die nach anfänglichen technischen Problemen mit ihrer Musik begeisterten. ANY GIVEN DAY präsentierten auf der Rock Stage ihren modernen Metal, während DIE KASSIERER mit ihrem Party-Punk für ausgelassene Stimmung sorgten. Wirklich überzeugen konnte die Band auf dem Rockharz die Festivalbesucher allerdings nicht. Ausgezogen zu dem Song „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“, hat sich dieses Mal im Übrigen nicht mehr Gründungsmitglied Wölfi, sondern sein Nachfolger Christoph Halbe.
Der Abend gehörte OVERKILL, die mit ihrer Energie die Bühne zum Beben brachten, gefolgt von GLORYHAMMER, die mit ihrer Power-Metal-Show für Spaß sorgten. Auf der Dark Stage entführten CRADLE OF FILTH die Fans in eine düstere, gothic-inspirierte Welt, während MONO INC., die Giganten des Dark-Rock das Publikum zum Mitsingen animierten und ordentlich Werbung für ihr neues Album „Darkness“ machten.

Der krönende Abschluss auf der Rock Stage war POWERWOLF, die mit ihrer heiligen Metal-Messe das Infield in Ekstase versetzten. Die Fans sangen, crowdsurften und feierten die Wölfe lautstark. Die 2003 in Saarbrücken gegründete Band hat mittlerweile 9 Alben herausgebracht, die im Schnitt alle 2-3 Jahre veröffentlicht wurden, erst im letzten Jahr erschien „Wake Up the Wicked“. Der Auftritt auf dem Rockharz war im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich feurig und begleitet von einem aufwändigen Höhenfeuerwerk. Ob das in einer waldbrandgefährdeten Region notwendig ist, sei mal in Frage gestellt.
Zum Tagesausklang auf der Dark Stage gab es mit SÓLSTAFIR eine atmosphärische Post-Black-Metal-Show, die mit melancholischen Melodien und tiefgründiger Stimmung den Tag ruhig ausklingen ließ.

Der 4. Tag begann mit dem Auftritt von Velvet Rush auf der Rock Stage, die den letzten Festivaltag bei bestem Wetter eröffneten. Die Hamburger Band, veröffentlichte erst kürzlich ihre Debüt-EP „Euphonia“. Auf der Dark Stage trat zur Mittagszeit Frozen Crown aus Italien auf. Die Band begeistert mit ihrem symphonischen Metal.
Kurz darauf folgte der Auftritt von Robse, der nach einer längeren Ungewissheit aufgrund familiärer Gründe auf die Bühne zurückgekehrt ist. Er bedankte sich beim Publikum für die Unterstützung und präsentierte neben Liedern seines Debütalbums „Harlekin Und Krieger“ auch Klassiker von EQUILIBRIUM, bis 2022 war er der Sänger der Metal-Band aus Bayern.
Anschließend heizten BOKASSA, PRO-PAIN und GRAND MAGUS der Crowd ein.
Die nächste Band, Visions of Atlantis, präsentierte ihre maritime Piratenshow. Mit ihren Duetten zwischen Clémentine Delauney und  Michele Guaitoli entführen sie die Zuhörer auf eine musikalische Reise durch ihre neun Alben, „Pirates II – Armada“ erschien vor genau einem Jahr.
Auf der Dark Stage erhielt Avatarium ihren Timeslot, die nach wetterbedingter Absage im Vorjahr endlich ihr volles Programm präsentieren konnten. Es folgten Combichrist, bevor unser heimlicher Headliner des Festivals die Bühne betrat, Leo Moracchioli mit Frog Leap. Leo ist ein norwegischer Rockmusiker und Musikproduzent. Er ist Multiinstrumentalist und bekannt für seine Metal-Coverversionen populärer Songs, die ihm mehr als 4,7 Millionen Abonnenten auf YouTube eingebracht haben.

Der karibisch angehauchte Auftritt von Mr. Hurley & Die Pulveraffen brachte eine fröhliche Stimmung auf die Bühne und in das Infield. Natürlich durften Songs wie „Blau wie das Meer“ nicht fehlen, zu denen ordentlich gefeiert werden konnte.
Dragonforce übernahmen die Crowd von den Osnabrücker Piraten und begeisterten mit ihrer Power-Metal-Performance. Nach diesem Drachenspektakel folgte die Black Metal-Performance von Abbath, der mit seinem legendären Sound und seiner Bühnenpräsenz die Menge in den Bann zog.

ASP brachten ab 21:45 Uhr mit ihrem Dark-Rock ein besonderes Feeling auf das Rockharz, bevor es mit In Extremo feurig wurde. Mit In Extremo war die vermeintlich kommerziell erfolgreichste Band des Genres zu Gast in Ballenstedt. Mit ihrem zuletzt veröffentlichten Album „Wolkenschieber“ erschien das mittlerweile 13. Studioalbum der Berliner Band. Seit mittlerweile 30 Jahren gehören die Musiker rings um Michael Robert Rhein, alias „Das letzte Einhorn“ zur Speerspitze der deutschen Rockmusik.


Wir sagen „Danke“ an die gesamte Rockharz Open Air- Familie. Ein riesiger Dank geht natürlich auch an alle Kräfte der örtlichen Feuerwehr, der DLRG und des Malteser Hilfsdienstes.

Der Vorverkauf für eines der besten Festivals Deutschlands für das Jahr 2026 hat bereits begonnen, alle weiteren Informationen sind unter folgendem Link https://shop.rockharz-festival.com zu finden. Eine kleine Hiobsbotschaft gibt es allerdings, bereits 3 Tage nach Vorverkaufsstart, war das Festival bereits ausverkauft. Falls jemand trotzdem noch Karten kaufen möchte, sollten bitte nur die offiziellen Ticketbörsen genutzt werden. 


Insgesamt war das Rockharz 2025 wieder ein unvergessliches Event, das durch seine vielfältigen Angebote, besonderen Momente und sein Engagement für Umwelt und Inklusion begeistert hat, es war ein tolles Fest unter Gleichgesinnten und wir freuen uns schon voller Vorfreude auf das Rockharz Open Air 2026 vom 01-04. Juli 2026.


Fotos vom Rockharz Open Air 2025 findet ihr hier in unserer Galerie.
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See you at the Devil´s Wall!




Bilder: Jerome Jakob
Text: Maren Jakob
Veröffentlicht: 10.07.2025