Reload Festival 2025

20 Jahre Reload-Festival


Das Reload-Festival in Sulingen feierte vom 14.-16.August sein 20-jähriges Jubiläum – eine beeindruckende Zeitspanne, die viele Erinnerungen weckt. 2005 war ein Jahr voller persönlicher und gesellschaftlicher Meilensteine: Für manche war es das Geburtsjahr, für andere der Start ins Berufsleben, der Beginn der Schulzeit oder ein bedeutender familiärer Moment. Vielleicht haben einige sogar die allererste Ausgabe des Festivals besucht.
Auch weltgeschichtlich war 2005 ein bewegtes Jahr: Angela Merkel trat ihr Amt als Bundeskanzlerin an, Papst Johannes Paul II verstarb und wurde von Benedikt XVI. abgelöst. Terroranschläge erschütterten London, der Airbus A380 absolvierte seinen Jungfernflug, und der verheerende Hurrikan Katrina traf New Orleans. In den USA gewann George W. Bush erneut die Präsidentschaftswahlen. In Deutschland wurde das umstrittene Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) eingeführt, die „Böhsen Onkelz“ lösten sich auf, die ARD zeigte die 100. Folge der „Lindenstraße“, und Schauspiellegende Harald Juhnke verstarb.

20 Jahre Reload – Grund genug, zurückzublicken und zu feiern, was war und was noch kommt.

Festival-Geschäftsführer André Jürgens hatte sich bereits im Vorfeld, am 14.August 2024, begeistert gezeigt: „Wir freuen uns riesig, unser 20-jähriges Jubiläum mit einem außergewöhnlichen Line-up und einer erweiterten Festivalerfahrung zu feiern: Erstmals wird die Mainstage schon am Donnerstag eröffnet, und die ersten bestätigten Bands für 2025 sind echte Hochkaräter. Wir können es kaum erwarten, diese großartigen Acts bei uns begrüßen zu dürfen und gemeinsam mit euch ein unvergessliches Festival zu erleben.“

Auch abseits der Musik bot das Reload Festival 2025 wieder Raum für gesellschaftliches Engagement und gelebte Solidarität. Nach dem gelungenen Start im Vorjahr führte der Lions Club Sulinger Land seine Aktion „Löwenfraß“ fort – eine Initiative zur Sammlung von Lebensmittelspenden für die Sulinger Tafel. Festivalbesucher:innen konnten am Ende des Wochenendes ungeöffnete und haltbare Lebensmittel abgeben, anstatt sie ungenutzt mit nach Hause zu nehmen. Die Idee war 2024 erstmals aufgegriffen worden und hatte bereits da viel positives Feedback erhalten. In diesem Jahr hoffte das Organisationsteam auf noch stärkere Beteiligung – schließlich hatte sich das Prinzip auf anderen Festivals längst bewährt.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Barrierefreiheit: Mit dem Handicap-Camp gab es erneut ein speziell auf Menschen mit Behinderung zugeschnittenes Angebot. Das Camp sollte einen möglichst angenehmen Festivalaufenthalt ermöglichen, allerdings war es nur in begrenzter Zahl verfügbar – inklusive Regelung zur Anzahl der Begleitpersonen und Fahrzeuge. Die Frist zur Anmeldung endete am 8. August 2025.
Das Reload Festival bot auch 2025 mehr als Musik.

Für das Reload Festival 2025 hatte sich das Veranstalterteam einiges vorgenommen, um Komfort und Erlebnis für die Besucher:innen weiter zu verbessern. Ein zentraler Punkt war die Erweiterung der sanitären Anlagen. Zum ersten Mal gab es Pissoirs speziell für weibliche Gäste – ein Schritt, der bereits bei anderen Festivals wie „Rock am Ring“ positiv aufgenommen wurde. Zudem wurden im Infield erstmals Toiletten mit Wasserspülung installiert – ein logistischer Kraftakt, da dafür Frisch- und Abwasserleitungen verlegt werden mussten. Die Zahl der Toiletten und Duschen wurde insgesamt erhöht, um Wartezeiten zu verkürzen und die Hygiene zu verbessern.
Auch im Bereich Mobilfunk gab es Fortschritte: Ein Glasfaseranschluss wurde verlegt, und alle großen Anbieter – darunter die Telekom, O2 und Vodafone – hatten zusätzliche Maßnahmen angekündigt, um die Netzqualität deutlich zu verbessern. In der Vergangenheit war das Netz häufig überlastet – dieses Jahr sollte sich das ändern.
Bei der beliebten Festivalbahn gab es ebenfalls eine Anpassung: Statt wie bisher am Vorplatz zu halten, fuhr sie nun ab Campingplatz 2 – eine Änderung aus Sicherheitsgründen und wegen Platzmangel entlang des Backstagebereichs. Leider war die Bahn so stark frequentiert, dass viele Besucher sich zusätzliche Fahrten, beziehungsweise Bahnen wünschen würden. 
Für Adrenalin sorgte auch 2025 wieder der „Kettenflieger“ auf dem Vorplatz – das Fahrgeschäft hatte sich bereits in den Vorjahren als Festival-Highlight etabliert. Ein Riesenrad, so hieß es im Vorfeld, sei zu wenig actionreich fürs Reload. Durch den Aufbau des Vorplatzes gleicht das Reload einem Metal-Schützenfest.
Eine Randnotiz: Auch ein Promotion-Truck von John Player war auf dem Gelände zu sehen, er blieb jedoch weitgehend unbeachtet – Tabakwerbung spielt für die Festivalbesucher offensichtlich keine Rolle.

Bereits am Mittwoch nutzten unzählige Besucher die Möglichkeit zur Frühanreise und verwandelten das Gelände frühzeitig in ein lebendiges Festivaldorf. Bei bester Stimmung stieg am Abend die erste Metalcore-Party des Wochenendes – stilecht zwischen Pommes und Schwein vom Spieß – und sorgte direkt für ausgelassene Feierlaune.


Der Donnerstag startete direkt mit voller Wucht – und mit Hitze. Schon am Vormittag kletterten die Temperaturen bis auf 35 Grad, doch das hielt niemanden davon ab, vor den Bühnen alles zu geben.
Auf der Plaza Stage sorgten Annisokay bereits in der brütenden Mittagssonne für die ersten Circle Pits und Walls of Death – und das bei einem bis auf den letzten Platz gefüllten Bereiches vor der Plazastage. Dope überzeugten mit einem starken Auftritt und hatten mit einem Ersatzgitarristen von Static-X ein besonderes Ass im Ärmel, da der eigentliche Gitarrist kurzfristig in die USA zurück musste. Adept, die spontan für Attila einsprangen, lieferten mit ihrer feurigen Show ein Highlight – im wahrsten Sinne des Wortes.
Auch Kublai Khan TX ließen keine Verschnaufpause zu: Schon mit dem ersten Song brachen Circle Pits und Walls of Death los. Später eröffneten The Butcher Sisters die Impericon Mainstage und brachten das Infield komplett zum Beben – die Menge tobte, feierte von der ersten bis zur letzten Sekunde und riss das Gelände gefühlt schon am Nachmittag ab. Mit Bleed From Within folgte eine gewaltige Feuershow.
Am Abend legte die Natur noch eine eigene Inszenierung obendrauf: Gegen 22 Uhr brachte ein Regenschauer mit Blitzshow und entferntem Gewitter eine atmosphärische Kulisse über der Hauptbühne. Der Rest des Abends gehörte dann purer Live-Power – mit Circle- und Moshpits zu Static-X, Trivium, Wind Rose und Fear Factory endete der erste volle Festivaltag standesgemäß.



Der Freitag startete bei strahlender Sonne und einem angenehm kühlen Lüftchen – perfektes Festivalwetter.
Auf einen Act waren wir dieses Jahr ganz besonders gespannt: HANABIE aus Japan. Die vier Musikerinnen liefern eine explosive Mischung aus brachialem Metalcore, poppigen J-Pop-Hooks und elektronischen Beats – ein Sound, der live regelrecht durch die Menge fegt.
Was HANABIE. so besonders macht, ist nicht nur ihre musikalische Vielseitigkeit, sondern auch ihr unverwechselbarer Look: Kawaii trifft Metal – bunt, schrill und mit einem klaren Bekenntnis zur Harajuku-Mode. Das nennen sie selbst „Harajuku-Core“ – ein audiovisuelles Gesamtkonzept, das ebenso viel Augenfutter wie Ohrgewalt bietet.
Gegründet 2015 in Tokio, hat sich die Band seitdem konsequent nach oben gespielt – mit international gefeierten Festivalauftritten, ihrem Major-Debüt Raise wa Ijin! (international: Reborn Superstar!) und zuletzt mit der Anime-Opening-Single Oishii Survivor. Ihre energiegeladene Show war eines unserer absoluten Highlights – und hat alle Erwartungen mehr als erfüllt.

Weiter ging es mit Landmvrks, einer jungen Band aus Frankreich, die das Publikum direkt in ihren Bann zog. Vor der Bühne war es brechend voll, und spätestens beim Aufruf zum Crowd Surfing war kein Halten mehr: Die Security musste Verstärkung anfordern, so zahlreich trugen die Fans einander über die Menge – ein ununterbrochener Strom, der die energiegeladene Show noch intensiver machte.
Auf der Mainstage beendeten Gojira und Machine Head den Freitag des Reload-Festivals 2025.
Gojira gehören zu den einflussreichsten Metalbands Europas – technisch versiert, stilistisch einzigartig und thematisch tiefgründig. Seit ihren Anfängen in Bayonne verbindet die französische Band brachialen Death Metal mit progressiven Elementen und einer klaren Haltung: für Umweltbewusstsein, Spiritualität und den Schutz unseres Planeten. Ihr drittes Album From Mars to Sirius machte sie 2005 zum Sprachrohr einer neuen Metal-Generation – politisch, kompromisslos und wachrüttelnd.
Mit ihrem letzten Album Fortitude und der Grammy-prämierten Single Mea Culpa (Ah! Ça ira!), die sie gemeinsam mit Opernsängerin Marina Viotti bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2024 in Paris aufführten, haben Gojira ein weiteres Statement gesetzt: Musik kann bewegen – und verändern. Ob auf der Bühne oder im Umweltschutz (z. B. mit Sea Shepherd) – Gojira bleiben auch nach fast 30 Jahren eine der relevantesten Stimmen im modernen Metal.

Machine Head – kompromisslos, kraftvoll und zurück auf den Festivalbühnen
Mit ihrem elften Studioalbum UNATØNED, erschienen am 25.April 2025, beweisen Machine Head einmal mehr, warum sie seit über 30 Jahren zur Speerspitze des Metal gehören. Robb Flynn und seine Mitstreiter liefern ein fokussiertes, energiegeladenes Werk ab – geschmiedet aus kreativer Disziplin, ungebrochener Wut und melancholischer Tiefe. Entstanden unterwegs, auf Tour und in Hotelzimmern rund um den Globus, vereint das Album brutale Riffs mit hymnischen Refrains und zeigt: Stillstand ist für diese Band keine Option. UNATØNED ist der Sound einer Band, die nicht auf ihre Vergangenheit setzt, sondern unbeirrt nach vorn drängt – kraftvoller und relevanter denn je. Mit 5 Millionen verkauften Alben, über einer Milliarde Streams, allein 650 Millionen über Spotify, und einer Grammy-Nominierung in der Kategorie „Best Metal Performance“ für das Album „The Blackening“ von 2007 zählt die US-amerikanische Band Machine Mead aus Oakland zu den erfolgreichsten Bands des Genres. In diesem Sommer befinden sich Machine Head auf Tour durch Europa und Amerika, mit Stopps unter anderem auf Wacken, dem Summer Breeze und natürlich dem Reload Festival.



Unser Highlight am Samstag war definitiv der Headliner I Prevail.
I Prevail stehen seit über einem Jahrzehnt für modernen Metalcore mit emotionaler Tiefe, genreübergreifendem Sound und einer energiegeladenen Liveshow. Mit einer Mischung aus harten Riffs, eingängigen Hooks, elektronischen Elementen und Hip-Hop-Vibes haben sie sich eine weltweite Fanbase erspielt. Ihre Alben Lifelines, TRAUMA und TRUE POWER setzen sich mit mentaler Gesundheit, inneren Kämpfen und persönlicher Stärke auseinander – und zeigen eine Band, die nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich berührt.
2025 markiert einen Einschnitt: Gründungsmitglied Brian Burkheiser (Clean Vocals) verlässt nach zehn Jahren die Band – geprägt von seinem Kampf mit dem seltenen Eagle-Syndrom. Die Band führt ihren Weg entschlossen weiter: Mit Eric an vorderster Front, unterstützt von Dylan, bleiben I Prevail ein Garant für emotionale Wucht und mitreißende Konzerte. Beim Reload Festival und ihrer Headliner-Show in Leipzig werden sie das live erneut unter Beweis stellen. Neue Musik ist bereits angekündigt – I Prevail blicken nach vorn, laut und kraftvoll wie eh und je.



Der Vorverkauf für das Reload Festival 2026 (13.–15. August) startete direkt am Sonntagabend nach Festivalende. So hatten alle Besucher die Gelegenheit, sich nach der Heimreise die begehrten Early-Bird-Tickets zu sichern. Die Nachfrage war riesig – nach nur wenigen Minuten waren die ersten 2 Preisstufen (Early-Bird und Preisstufe 1) ausverkauft, aktuell liegt der Ticketpreis bei 199 € (Preisstufe 2). Tickets sind unter https://reload-festival.de/tickets erhältlich.


Fotos vom Reload Festival 2025 findet ihr hier in unserer Galerie.
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Bilder: Jerome Jakob
Text: Maren Jakob
Veröffentlicht: 20.08.2025